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Heller Hautkrebs


Dr. Rolf Ostendorf – Hautarzt, Mönchengladbach

Erschienen 24.November 2014, WZ Kolumne: Gesundheit

 

Heller Hautkrebs

 

Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebsdiagnosen in Deutschland. Am verbreitetsten ist der weiße Hautkrebs. Mediziner unterscheiden dabei den Basalzell- und den Stachelzellkrebs. Die häufigste Art ist der Basalzellkrebs, der vor allem im Alter ab 50 Jahren auftreten kann. Solch ein Tumor ist anfangs als roter Fleck erkennbar, vor allem im Gesicht, konkret auf den Wangen, auf der Nase, auf der Stirn oder an den Ohren. Basalzellkrebs wächst langsam, ist örtlich begrenzt und bildet keine Metastasen. Früh erkannt ist er also sehr gut heilbar. Doch wenn er zu spät behandelt wird, kann er tief in die Haut eindringen und Gewebe, Knochen oder Mund, Nase und Augen schädigen. Dann ist oft eine größere Operation nötig, die Narben hinterlassen und zu Funktionsstörungen führen kann. Stachelzellkarzinome wachsen ebenfalls örtlich begrenzt, sind aber aggressiver als der Basalzellkrebs. Somit besteht die Gefahr, dass sich der Tumor im Körper ausbreitet. In den meisten Fällen wird die auch Plattenepithel-Karzinom genannte Krebsart aber erkannt, bevor sich Metastasen bilden und ist dann meist recht gut behandelbar. Grundsätzlich kann ein Hauttumor unter der Haut größer sein als von außen sichtbar ist. Anzeichen für ein fortgeschrittenes Stadium sind eine besondere Dicke des Tumors, die Eindringtiefe in tiefere Hautschichten sowie die Bildung eines Geschwürs oder einer offenen Wunde.
An dem gefürchteten schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom), der zum Tode führen kann, erkranken nach einer Prognose des Robert-Koch-Institutes (RKI) 2014 knapp 20.000 Menschen neu in Deutschland. Seit 2008 haben gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungs-Untersuchung beim Hautarzt oder bei einem speziell qualifizierten Hausarzt, der wiederum bei einem konkreten Verdacht den Patienten zum Hautarzt überweist.

 

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Hautkrebscheck – 07-2014

Hautkrebsscreening: Die meisten Flecken sind harmlos

 

kv hautkrebscheck video

 

 

 

 

 

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10.07.2014 – Die Früherkennungsuntersuchung der Haut ist das Thema eines neuen Videos von KV-on, dem Web-TV der KBV und der Kassenärztlichen Vereinigungen. Der dreiminütige Beitrag informiert darüber, warum der Hautkrebs-Check so wichtig ist, welche Ärzte ihn durchführen und wie die Untersuchung abläuft. Ärzte können den Film in ihre Praxis-Homepage einbinden oder im Wartezimmer zeigen.

Haarausfall 5/2014


Dr. Rolf Ostendorf – Hautarzt, Mönchengladbach

Erschienen 19. Mai 2014, WZ Kolumne: Gesundheit

 

Haarausfall

 

Dichtes, volles Haar steht für Lebenskraft. Haarausfall empfinden viele als unschönes Anzeichen des Alterns – nicht jedem steht die Glatze so gut wie Bruce Willis. Mittel gegen Haarausfall werden deshalb in großer Zahl angeboten. Doch bevor man eigenmächtig Tinkturen ausprobiert, sollte die wirkliche Ursache feststehen. Grundsätzlich sind Betroffene nicht allein: 80 bis 90 Prozent der Männer und 60 bis 70 Prozent der Frauen haben Haarausfall. Wenn dieser aber besonders stark oder besonders früh einsetzt, ist eine Untersuchung bei einem Dermatologen empfehlenswert. Oft sind Hormone im Spiel: Störungen des Immunsystems, Hormonveränderungen durch Stillzeit, Wechseljahre, Verhütung oder eine Schilddrüsenerkrankung können zu Haarausfall führen. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten können eine Ursache sein, ebenso Stress, Diäten, die Art der Haarpflege oder persönliche Krisen. Manche Formen des Haarausfalls sind erblich bedingt, etwa die „androgenetischeAlopezie“, die bei Männern mit Lücken auf dem oberen Hinterkopf beginnen kann (Tonsur). Besonders typisch sind bei Männern jedoch die Geheimratsecken.

Bei der Behandlung sind frei verkäufliche Mittel, die häufig auf naturheilkundlicher Basis beruhen und in ihrer Wirkung meist nicht untersucht sind, von Mitteln zu unterscheiden, zu denen wissenschaftliche Arbeiten vorliegen. Dazu gehören die Wirkstoffe Minoxidil (äußerlich angewendet, ursprünglich in hohen Dosen gegen Bluthochdruck eingesetzt) und Finasterid (Tablettenform, normalerweise in fünffach höher Dosierung gegen Prostatavergrößerungen eingesetzt). Solche Mittel haben Nebenwirkungen. Wer sich einer Haartransplantation unterziehen möchte, sollte bedenken, dass dies eine komplexe, aufwändige Prozedur ist, die in der Regel privat bezahlt werden muss und fachmännisch durchgeführt werden sollte – auch wenn Jürgen Klopp es vormachte.

 

 

Nesselsucht 03/2014

Dr. Rolf Ostendorf – Hautarzt, Mönchengladbach

Erschienen 24. ApMärzril 2014, WZ Kolumne: Gesundheit

 

Nesselsucht

 

Zu den Hautkrankheiten, die Betroffene nicht gerne zeigen, gehört die Nesselsucht. Ihr Name leitet sich von der Brennnessel ab, da die Haut wie nach dem Kontakt mit den gezackten Blättern gerötet und geschwollen ist. Vor allem die Quaddeln und der Juckreiz werden bei Nesselsucht (fachlich Urtikaria genannt) als belastend empfunden. Im Gegensatz zur kurzen Reaktion auf die Pflanze kann die Krankheit aber länger anhalten und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Ausgelöst werden kann sie durch bestimmte Medikamente, Nahrungsmittel, Viren, Bakterien oder Infektionen. Bei einem akuten Anfall verschwinden die Symptome meist schnell wieder, aber eine Urtikaria kann auch chronisch werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn auch die Schleimhäute in Mund und Rachen betroffen sind. Schwellungen dort können die Atmung gefährlich beeinträchtigen. Auch eine Überreaktion des Immunsystems ist möglich. Als stärkste allergische Reaktion kann ein anaphylaktischer Schock auftreten, der zum Versagen des Herz-Kreislauf-Systems führen kann. Deshalb sollten gefährdete Patienten in Absprache mit ihrem Arzt ein Notfallset mit lebensrettenden Medikamenten bei sich führen. Auch wenn eine Nesselsucht von Fieber, Gelenk- oder Kopfschmerzen begleitet wird, sollte man rasch einen Arzt aufsuchen.

Die wirksamste Behandlung besteht darin, den Auslöser oder das Allergen aufzuspüren und wenn möglich zu vermeiden. Dafür kann ein Allergietest nötig sein. Gegen die Symptome helfen Antihistaminika oder Kortison. In den meisten Fällen bleibt es bei einem akuten Ausbruch. Eine Ursache für die Fehlsteuerung im Organismus ist oft nicht zu finden. Für schwere, chronische Fälle ist ein neues Medikament – Omalizumab – seit kurzem zugelassen. Aufgrund der hohen Kosten und der besonderen Kriterien bei der Verordnung dieses Medikaments kann dies jedoch erst nach sorgfältiger Beratung durch den allergologisch spezialisierten Dermatologen eingesetzt werden.